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Ein Ausschnitt aus der Steuerforschung

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Mikrosimulation

Evaluation von Steuerreformplänen

Über kein Rechtsgebiet wird öffentlich so häufig, so leidenschaftlich und so kontrovers diskutiert wie über das Steuerrecht. Neben den Parteien warten auch immer wieder Interessenverbände und Wissenschaftler mit Reformvorschlägen zur Besteuerung auf.

Allen Reformvorschlägen ist gemein, dass sie die Höhe der Staatseinnahmen bzw. der Belastungen der Steuerpflichtigen ändern können, wobei die Bürger in aller Regel in unterschiedlichem Ausmaß von Steuerrechtsänderungen betroffen sind. Bevor Besteuerungsnormen geändert werden können, ist daher zu analysieren, welche Aufkommens- und Verteilungswirkungen solche Änderungen implizieren.

Diese Folgenabschätzung geschieht heutzutage sowohl national als auch international vorzugsweise mittels Mikrosimulation. Dabei wird für den einzelnen Bürger - in anonymisierter Form - durch Vergleichsrechnungen bestimmt, in welcher Form der Steuerpflichtige von einer Reform betroffen wären. Die Auswirkungen auf den Staatshaushalt werden dann durch Aggregation der Mikroeinheiten (Bürger) ermittelt.

"Die Mikrosimulation, die auf einzelne Mikroeinheiten, z. B. Steuerpflichtige, abstellt, ist das geeignetste Instrumentarium, um eine deduktive Analyse zur Identifikation der Wirkungen fiskalpolitischer Maßnahmen vorzunehmen. Mikrosimulation bedeutet die Modellierung eines sozio-ökonomischen Systems durch die Abbildung der sich in dem System befindlichen Individuen. Dies erlaubt es, die individuellen Verhältnisse der einzelnen Mirkoeinheiten differenziert abzubilden und detaillierte Analysen nach sozio-ökonomischen Merkmalen vorzunehmen, die in der jeweiligen Datenquelle erfasst sind." (aus Maiterth (2006), S. 3)